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1711 - 13.10.2017

 

Neues Vermittlungsprojekt im Jobcenter Sarstedt - am 12.10.2017 fand zum 2. Mal der "Bewerber-Tag" statt

Das innovative Vermittler-Team des Jobcenters Sarstedt hatte eine Idee – wie Bewerber und Arbeitgeber einmal auf die etwas andere Art zusammen kommen können. Teamleiterin Stephanie Tieska erkannte sofort den Mehrwert dieses Projektes und unterstützte mit Ideen und Organisationsvorschlägen ihr Team.

Michael Trumpf, bewerberorientierter Vermittler in Sarstedt, der parallel nicht nur die Jobcenter Kunden betreut, sondern auch mit Arbeitgebern in seiner Region regelmäßig in Kontakt ist, konnte die Zeitarbeitsfirma DIMA aus Hannover gewinnen an diesem kreativen Zusammenspiel zwischen beiden Parteien proaktiv teilzunehmen. Und so waren Linda Schmidt und Heike Atila, beide langjährig als Personaldisponentinnen bei dem Personaldienstleister sofort bereit sich für Bewerbergespräche vor Ort zur Verfügung zu stellen. Linda Schmidt von DIMA führt aus: „Wir haben unsere Arbeitgeber-Kunden vor allen bei mittelständischen Produktionsbetrieben in den Bereichen Metall und Logistik, diese haben ihre Betriebsorte in Hannover – aber auch Springe und Barsinghausen sind oftmals die Arbeitsorte.- Die Bewerber aus Sarstedt können problemlos durch die gute Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu diesen Arbeitsorten gelangen.

Michael Trumpf fügt einen weiteren wichtigen Teil dieses Projektes hinzu: „Meine Kollegen und ich kennen unsere Kunden schon seit Jahren; alle sind langzeitarbeitslos, da es oftmals irgendwann einen Bruch in ihrem Leben gegeben hat, das können die verschiedensten Dinge gewesen sein, Verlust eines Partners durch Tod oder Krankheit, Schulden oder gesundheitliche Problematiken. Zu Beginn ihrer Arbeitslosigkeit, sind die meisten davon überzeugt, wieder einen Job, der gut bezahlt wird und ihren Neigungen entspricht, zu finden. Dies passiert leider aber nur selten und so vergehen Jahre, der einmal erlernte Beruf ist in der freien Wirtschaft nicht mehr viel wert, wenn man ihn lange Zeit nicht ausgeübt hat. Viele brauchen einige Jahre um zu erkennen, dass der erneute Einstieg auf den Arbeitsmarkt mit Abstrichen verbunden ist, weil Kenntnisse veraltet sind und man nur noch auf Helferstellen Erfolg bzw. eine Einstellung bei Firmen erlangen kann. – Und da ich aus meiner langjährigen Vermittlertätigkeit weiß, wie wichtig der persönliche und regelmäßige Kontakt mit unseren Leistungsempfängern ist, wurde die Idee geboren, die Kunden durch Gespräche zu überzeugen, ihre Bewerbungsunterlagen persönlich an einem ausgewählten Tag z.B. der Firma DIMA zu präsentieren.

Die Personaldisponentin Heike Atila ergänzt: „Vorrangig suchen die Firmen Fachkräfte, da die aber immer schwieriger zu finden sind, finden auch immer mehr handwerklich begabte Hilfskräfte ihren Weg zum Arbeitgeber; wichtig ist, dass die Motivation stimmt, dann können die Bewerber auch ruhig älter sein – z.B. die Schallgrenze „50“ schon überschritten haben.“ Linda Schmidt fügt hinzu:  „Als Herr Trumpf uns dieses Angebot gemacht hat, motivierte Bewerber vor Ort kennenzulernen, haben wir gleich zugegriffen“, dann spielt ein Lächeln um ihr Gesicht:, „wir haben hier fast nichts mehr zu tun, es ist alles gut vorbereitet, schon an der Eingangstür hängen die Hinweisschilder, wo wir heute zu finden sind; wir müssen nur noch den richtigen Bewerber mit dem passenden Arbeitgeber zusammen bringen“.

Auf Nachfrage wird deutlich; die Personaldisponentinnen haben keine Vorurteile gegenüber Menschen, die langzeitarbeitslos sind; es wird übertariflich gezahlt, die frisch Eingestellten werden fest übernommen und oftmals gibt es auch den Bonus eines Fahrtkostenzuschusses.

Der erste Bewerbertag fand mit 13 Eingeladenen im August 2017 statt; drei Bewerber konnten kurzfristig bei DIMA einsteigen, einer wurde sogar nach einigen Monaten fest vom Betrieb übernommen, wo er als „Leiharbeiter“ begonnen hatte.

Heute hat Michael Trumpf 17 Bewerber, die handwerklich schon einmal beruflich tätig waren und bereit sind, ihren beruflichen Neubeginn als Hilfskraft zu starten im 20 Minuten Takt eingeladen.

Alle haben motiviert, in vorab geführten Gesprächen zugesagt, pünktlich zu der vereinbarten Zeit mit ihrer aktuellen Bewerbungsmappe vor Ort zu sein.

Den Anfang macht ein gut durchtrainierter Herr über fünfzig, der sogar schon 10 Minuten zu früh da ist, und sich dafür mit den Worten entschuldigt: „Mein Auto ist zur Zeit kaputt und ich musste das Fahrrad nehmen“.

Die beiden Personaldisponentinnen lassen sich den ordentlichen Lebenslauf aushändigen und erfahren, dass der Bewerber eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert und Jahre lang auch im Beruf gearbeitet hat; bis es durch die Fusion seines Arbeitgebers zu Entlassungen gekommen ist. Herr Sch. erzählt sicher und motiviert, dass er dann mehrere Jahre im Vertrieb einer Krankenkasse gearbeitet - und sich schließlich als Vertriebler selbständig gemacht hat und dass dies keine so gute Idee war. Zuletzt war er vor vier Jahren bei einem Reifenunternehmen und konnte dort seine Stärken Büroorganisation mit körperlichem Einsatz bei der Reifenmontage mit Freude am Job verbinden. Gelegentlich arbeitet er als Tauchlehrer mit einen geringen Nebenverdienst und betont, dass ihn diese Tätigkeit körperlich fit hält.

Linda Schmidt und Heike Atila lassen sich zum Schluss die Bewerbungsunterlagen aushändigen und machen dem Bewerber Hoffnung, dass ein gewerblicher Logistikbetrieb genau so jemanden sucht, der Büroarbeit mit körperlichen Zupacken verbindet sie werden sich kommende Woche bei Herrn Sch. melden, um ein Bewerbungsgespräch beim Arbeitgeber vor Ort zu vereinbaren. Der Mann verlässt zufrieden mit dem Gefühl, dass dieses Gespräch etwas für ihn gebracht hat, den Raum.

Weitere 16 Bewerber aus dem handwerklichen Helferbereich werden heute noch folgen. Michael Trumpf vom Jobcenter Sarstedt ist sich sicher, dass dieser individuelle Weg der Bewerbung seiner Kunden sehr erfolgreich sein wird: „Hier legen alle Beteiligten Wert auf die persönlichen Wünsche und Fertigkeiten, die Freiwilligkeit und Motivation des Einzelnen steht im Vordergrund“ und seine Teamleiterin ergänzt: „Wir werden mit diesem Projekt weitermachen und versuchen,  weitere Arbeitgeber ins Boot zu holen, auch weil die Resonanz unserer Kunden auf diese Art von Vorstellungsgesprächen äußerst positiv ist.

  

Die handelnden Akteure (v.l.n.r.) vor Ort: Stephanie Tieska (Teamleiterin Jobcenter Sarstedt), Michael Trumpf (bewerberorientierter Vermittler), Linda Schmidt und Heike Atila (beide Personaldienstleister DIMA)

   

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